Artikel mit dem Tag ‘jäger’

25. September 2010 Und es wird weiter geschossen…

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Eidgenössische Jagdstatistik 2009

Screenshot der Eidgenössischen Jagdstatistik 2009

Passend zum vorangegangenen Artikel ein weiterer Beitrag zum Thema Jagd. Kürzlich wurden die neuesten Zahlen der eidgenössischen Jagdstatistik veröffentlicht. Auf der sehr interessanten Webseite wird fein säuberlich aufgezeichnet, was die Jäger in der Schweiz (offiziell) jedes Jahr zur Strecke gebracht haben. Uns interessiert vor allem der Abschnitt „Jagdbare Vögel“ und dort der Unterabschnitt „Rabenvögel“. Hier kann man nun nachlesen, dass im Jahr 2009 im Ganzen 15115 Rabenvögel geschossen wurden. Die größte Gruppe davon bilden die Rabenkrähen mit 10563 getöteten Vögeln, also mehr als zwei Dritteln. Auf Platz zwei dieser unrühmlichen Rangliste finden sich die Eichelhäher mit 2675, auf Platz drei dann die Elstern mit 1852 Tieren. Weitere Rabenvögel scheinen den Jägern nicht zum Opfer gefallen zu sein. Zählt man aber diese Zahlen zusammen, erhält man bloß 15090 Tiere. Es fehlen noch 25… Vor allem aber fällt auf, dass seit vier Jahren deutlich weniger Rabenvögel erlegt werden als in den Jahren zuvor. Zweitens finden sich keine Kolkraben in der Statistik für 2009, von denen doch ein Jahr zuvor noch 407 Tiere geschossen wurden. Hoffen wir, dass hier nicht noch Zahlen nachgeliefert werden.
Wenn man ein wenig auf dieser Webseite rumklickt und die verschiedenen Optionen ausprobiert, findet man noch etwas weiteres Interessantes: eine Statistik nach Kantonen. Unrühmliche Spitzenreiter in der Rabenvogelabschussrangliste sind die beiden Kantone Zürich und Aargau. Das Schlusslicht mit einer einzigen geschossenen Rabenkrähe bildet Basel-Stadt.

25. August 2010 Bestätigt: Jäger sind dumm!

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In der Celleschen Zeitung ist online ein Artikel zu finden, der darauf hinweist, dass der Hegering Celle im August dieses Jahres eine revierübergreifende Jagd zum Schutz von Singvögeln und Ernteerträgen durchführt (alle Zitate aus dem Artikel kursiv). Teile der Krähen-, Elster- und Ringeltaubenpopulation sollen zur Strecke gebracht werden, so die Zeitung. Völlig unkommentiert und ohne nachzufragen wird dann ein gewisser Hans Goller vom Hegering zitiert, weshalb Jagd auf diese Vögel gemacht wird: Rabenkrähen seien […] für erheblichen Schaden unter bodenbrütenden Singvögeln auch auf der Roten Liste verantwortlich, deren Nester sie plündern. Aha. Wären Rabenkrähen tatsächlich so plünderisch, wären die anderen Singvögelchen schon viel früher ausgestorben. Hauskatzen sind bekanntermaßein ein viel größeres Problem, ganz abgesehen von der durch die moderne Landwirtschaft leergeräumten Landschaft, die immer weniger geeignete Bruthabitate der gefährdeten Vogelarten bietet.

Doch das Hammerargument für die Jagd kommt erst noch. Das Ziel des jagdlichen Eifers sind diesmal die Elstern: Im Herbst lässt sich zudem noch etwas erstaunliches beobachten. Dann schließen sich regelrechte Jungvogeltrupps von 30 bis 50 Tieren zusammen und arbeiten sich systematisch durch Hecke um Hecke, Baum um Baum und räumen die Nester dort leer. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: IM HERBST WERDEN DIE NESTER LEERGERÄUMT! Im HERBST, wenn kein Nest mehr besetzt ist, kommen die bösen Elstern und holen sich die gefährdeten Singvögelchen.

Fazit: Jäger sind dumm. Sie haben von Biologie bzw. Ornithologie keine Ahnung und verwechseln Hege mit Naturschutz.

PS: Ich kenne auch intelligente Leute, die jagen. Aber die nennen sich nicht Jäger.

Hier der Online-Artikel in der Celleschen Zeitung. Leider ist kein Datum ersichtlich.

20. Juni 2010 Krähensuppe

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Suppen-Stube zur Krähe

Suppen-Stube zur Krähe

Dass Gastbetriebe gar nicht so selten Rabenvögel im Namen führen, wurde an anderer Stelle schon eingehend beschrieben. Hier soll nun der Blick auf die tatsächlich kulinarische Verwertung von Rabenvögeln geworfen werden und zwar gleich mit einem passenden Rezept.

In der Kochliteratur kommen zwar immer wieder Wildvögel zur Verwendung, aber selten bis nie sind es Rabenvögel, die für ein Gericht zubereitet werden. Sie werden zwar von Jägern liebend gern geschossen, aber in der Küche möglichst vermieden. Das mag seine Gründe im Geschmack des Wildbrets haben, denn das Fleisch der Allesfresser Krähen, Raben, Elstern oder Dohlen wird wohl etwas gewöhnungsbedürftig sein. So steht auch in einem Kommentar zum untenstehenden Rezept „… und gestunken hats in der Küche 1 woche lang nach Müllauto“. Andererseits scheint das Gekochte durchaus gut angekommen zu sein, denn „allen hat die Suppe geschmeckt“, heißt es in einem anderen Kommentar. Es soll also jeder selber herausfinden, ob Krähen wie ein Müllauto schmecken oder doch besser… Auf jeden Fall finde ich , dass die Jäger – wenn sie schon Rabenvögel schießen  – diese auch essen sollten.
PS: Ich glaube nicht, dass in der „Suppen-Stube zur Krähe“ in Basel Krähensuppe serviert wird.


Krähen-Suppe (gefunden auf Chefkoch.de, gepostet vom Mitglied „Seide“)

Zutaten für 4 Personen:
2 Krähen, küchenfertig
30 ml Öl
Pfeffer, Salz, Suppengrün
2 Zwiebeln, ungeschält
1 Lorbeerblatt
1 EL Senfkörner
10 Körner weißer Pfeffer
Sherry
je 30 g Möhren, Lauch und Sellerie, in feine Streifen geschnitten


Brustfilets auslösen, in Streifen schneiden, pfeffern und salzen. Keulen abtrennen und halbieren. Sichtbares Fett entfernen. Knochen zerkleinern. Keulen und Knochen 2 Std. in Salzwasser wässern. Auf ein Sieb geben und gut abtropfen lassen. In der Pfanne das Öl erhitzen, die Brustfiletstreifen ca. 3-4 Min. braten. Mit dem Schaumlöffel herausheben, auf Alufolie legen und einschlagen. Im gleichen Fett Knochen und Keulenstücke scharf anbraten. Bratensatz mit etwas Wasser lösen. Zusammen mit den Knochen in den Schnellkochtopf geben. Suppengrün, Zwiebeln und Gewürze zufügen und mit heißem Wasser bedecken. Bei Garstufe II 15 Min. kochen.
In Streifen geschnittenes Gemüse in kochendem Salzwasser kurz garen, herausnehmen und zur Seite stellen. Brühe durch ein mit einem Tuch ausgelegtes Haarsieb gießen, entfetten. Nochmals erwärmen. Mit Pfeffer, Salz und Sherry abschmecken. Brustfiletstreifen und das Gemüse hineingeben und servieren.
Tipp: Das Brustfleisch nur bei jungen Krähen so verwenden. Bei älteren Tieren empfiehlt es sich, die Vögel ganz zu kochen, das Fleisch von den Knochen abzulösen und erkaltet mit Ei und Sahne im Mixer zu pürieren. Mit Salz und Pfeffer würzen, Klößchen formen, separat in Wasser garen und als Suppeneinlage verwenden.