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04. September 2009 Dohlen verständigen sich mit Blicken

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Dohle (Foto Adrian Pingstone, 2004)

Dohle (Foto Adrian Pingstone, 2004)

Wer schon einmal eine Dohle aus der Nähe gesehen hat, weiß, dass ihre Augen eine gewisse Ähnlichkeit mit unseren aufweisen: Man erkennt eine dunkle Pupille auf einer weißen Iris. Deshalb können wir meistens ganz gut erkennen, wohin die Dohle gerade blickt. Dass sie umgekehrt genauso unsere Blicke wahrnimmt und darauf reagiert, ist trotzdem überraschend.

Denn offenbar kann nicht nur das (meist) sozial lebende Wesen, der Mensch, Blicke anderer Menschen deuten, sich damit verständigen und somit auch sein Verhalten der Situation anpassen. Auch die Dohlen besitzen diese Fähigkeiten. Forscher um die Biologin Auguste von Bayern von der Universität in Oxford haben in verschiedenen Experimenten nachgewiesen, dass Dohlen ganz ähnlich wie Menschen Blicke und Gesten interpretieren können. Wie sie dies tun, hängt unter anderem davon ab, ob das Gegenüber ein Partner bzw. ein Bekannter ist oder ein möglicher Feind.

In einem ersten Versuch maßen die Biologen die Zeit, wie lange die Vögel in Anwesenheit eines fremden Menschen zögerten, bis sie sich an Futter in einer Schale wagten. Ausschlaggebend für die Wartedauer war die Einschätzung der Dohlen, ob der Mensch das Futter beobachtete oder nicht. Dabei spielte weniger die Kopfhaltung eine Rolle Coinstar point als viel mehr die Blickrichtung. Resultat: Je intensiver der Mensch das Futter zu betrachten schien, desto länger warteten die Dohlen.

In einem zweiten Versuch war der Mensch kein Fremder mehr, sondern eine vertraute Person. Jetzt hatten die Dohlen keine Angst vor ihm und sie zögerten auch nicht, sich das Futter zu holen. Mehr noch: Sie konnten die Blicke und Kopfbewegungen des vertrauten Menschen „lesen“, wenn es darum ging, verstecktes Futter zu finden. Dies gelang ihnen im Gegensatz dazu nicht, wenn es sich um einen Fremden handelte, der dieselben Gesten und Blicke machte.

Noch ist nicht ganz geklärt, ob die visuelle Kommunikation der Dohlen mit ihren Artgenossen ein gängiges Verhalten ist, oder ob die Versuchstiere diese Fähigkeiten entwickelt haben, weil sie von Menschen aufgezogen wurden.

Wer weiterlesen will, findet hier die entsprechende Literatur: