Dohle

Unter den einheimischen Rabenvögeln ist die fast vollständig schwarze Dohle die kleinste Vertreterin dieser Familie. Auffällig ist die Färbung des Kopfes. Der Hinterkopf und der Nacken sind grau, die Augen leuchten hellblau. Ihre Augen haben eine gewisse Ähnlichkeit mit unseren: Man erkennt eine dunkle Pupille auf einer hellen Iris. Auch der Ruf der Dohle ist sehr auffällig: Mit ihrem hellen «Kjack, kjack» kann man sie gut in einem Schwarm Saatkrähen, mit denen sie oft unterwegs ist, heraushören.

Dohlen haben ein ausgeprägtes Sozialleben und brüten meist gesellig im Tiefland in Kolonien, selten über 800 Meter Höhe. Dabei bevorzugen sie (Kirch-)Türme und alte Gebäude, die als Ersatz für die ursprünglich verwendeten Vorsprünge in Felswänden herhalten müssen. Dohlen brüten aber auch gerne in Baumhöhlen und nehmen sogar speziell für sie hergestellte Nistkästen an.

Dohlen sind Allesfresser: Neben Nahrung tierischer Herkunft wie Spinnen, Insekten, Schnecken oder Kleinsäuger, fressen sie auch viel Pflanzliches, verschmähen aber auch nicht menschlichen Siedlungsabfall. Vor allem im Winter sieht man Dohlen häufig zusammen mit Saatkrähen bei der Nahrungssuche auf Feldern. Dort finden sie Keimlinge, Samen, liegengebliebene Kartoffeln, Früchte usw.

Dieser einst recht häufige Vogel ist in der Schweiz sehr gefährdet. Man schätzt, dass es nur noch etwa 1000 Brutpaare gibt. Der Grund für den Rückgang seit den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts ist neben dem Mangel an geeigneten Brutplätzen die fehlende Nahrung vor allem für die Jungenaufzucht. Durch die intensiv betriebene Landwirtschaft sind Großinsekten selten geworden.