Archiv für die Kategorie ‘Vogelschutz’

01. Februar 2012 Deutschlands Vogel des Jahres: die Dohle

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Dohle

Dohle – Foto dodsport (Shawnna Porter)

Deutschlands Naturschutzbund NABU hat die Dohle als Vogel des Jahres 2012 gewählt. „Damit beleuchten wir eine der intelligentesten heimischen Vogelarten, die trotz ihrer Anpassungsfähigkeit immer weniger Nistmöglichkeiten findet“, erklärt NABU-Vizepräsident Helmut Opitz. In der Tat sind die beiden größten Probleme des hübschen Rabenvogels mit den blauen Augen die fehlenden Nistmöglichkeiten und die schwindenden Nahrungsgrundlagen.

Die ehemalige Steppenbewohnerin hat sich im Laufe der Zeit sehr an den Menschen angepasst und als Kulturfolgerin die Gebäude als Nistort angenommen. Viele Türme von Kirchen und Burgen boten lange Zeit genug Möglichkeiten in Form von Nischen, Mauerlöchern oder Dachstühlen. Und in der Umgebung ihrer Nistplätze fand sie immer genug Käfer, Heuschrecken, Würmer und Schnecken zum Fressen. Beides ist nun für diesen Vogel immer seltener geworden: Bei Gebäudesanierungen werden alle Löcher verschlossen, was zwar für die Energiebilanz des Gebäudes vorteilhaft ist, aber dadurch verschwinden auch die möglichen Brutplätze für die Kolonienbrüter. Die intensivierte Landwirtschaft ihrerseits sowie die Versiegelung vieler Grünflächen lässt für die Dohlen immer weniger Nahrung übrig.
Damit wird deutlich, dass für eine gezielte Förderung des kleinen Rabenvogels mindestens beide Aspekte berücksichtigt werden müssen: Nistplatzmöglichkeiten sowie Nahrungsgrundlagen.

Weitere Infos:
NABU – Vogel des Jahres

17. August 2011 Raben auf Schloss Landshut

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Flyer zur Sonderausstellung

Noch bis zum 16. Oktober 2011 ist im Schloss Landshut in Utzenstorf, Kt. Bern, die kleine, aber sehenswerte Sonderausstellung «Raben – Schlaue Biester mit schlechtem Ruf» zu sehen. Diese Wanderausstellung, die von den Naturmuseen Olten und St. Gallen konzipiert wurde, war schon in verschiedenen Museen der Schweiz und in Deutschland zu sehen und macht jetzt Halt im Schweizer Museum für Wild und Jagd.
Im Dachgeschoss des Schlosses werden die zehn in der Schweiz heimischen Rabenvogel-Arten ausführlich portraitiert. Zudem sind verschiedene Exponate zu sehen, die sich mit der Lebensweise der Rabenvögel befassen und auch kulturgeschichtliche Aspekte beleuchten. Speziell wird auf das ambivalente Verhältnis der Menschen mit diesen Vögeln und die Gründe für unsere Konflikte mit ihnen hingewiesen. Eine im Museum erhältliche Broschüre fasst Fotos und Ausstellungstexte zusammen und ergänzt den Museumsbesuch.

Hier der Link zum Schloss Landshut mit allen relevanten Informationen

05. August 2011 Rabenvögel im Straßenmagazin

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Titelbild "Surprise"

Titelbild "Surprise"

Nicht gerade aktuell – ich weiß – aber dennoch der Hinweis auf eine ältere Ausgabe des Schweizer Straßenmagazins „Surprise“. Die Titelstory der Nummer 248/11 befasst sich mit den „Intelligenten Flugkünstlern“.

Hier kann man diesen Artikel online lesen.

29. Januar 2010 Mit Bienen gegen Krähen

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Abfalleimer mit Netzen vor Krähen geschützt (flickr/Nemo's great uncle)

Abfalleimer mit Netzen vor Krähen geschützt (flickr/Nemo's great uncle)

Nicht nur in der Schweiz wird immer wieder von einer „Krähenplage“ gesprochen, sondern auch in vielen anderen Ländern. So auch in Japan, wo Krähen immer mehr auch als Bedrohung für einheimische Vogelarten wahrgenommen werden. In einem Artikel im „newsbento“ bin ich auf eine Idee der Tokyoter Behörden gestoßen, wie Krähen auf biologischem Weg bekämpft bzw. vertrieben werden sollen. Eine Idee, die vielleicht auch hierzulande ausprobiert werden sollte.

Die mögliche Lösung der „Krähenplage“ sind Honigbienen, denn diese greifen offenbar die Krähen an. Wie vieles ist auch diese Entdeckung ein Produkt des Zufalls. Eigentlich wollte man auf Tokyos Stadtdächern Bienen ansiedeln, um Honig zu produzieren. Dabei wurde bemerkt, dass die Bienen die schwarzen Vögel angreifen, um ihre Bienenstöcke zu verteidigen. Vögel mit hellem Gefieder hingegen wurden in Ruhe gelassen. Die Behörden setzen jetzt diese Methode erfolgreich zum Schutz der Gelege der gefährdeten (weißen) Zwergseeschwalben ein.

29. November 2009 Vogelkiller Glas

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Greifvogelsilhouetten

Greifvogelsilhouetten

Die Glastüre war frisch geputzt („Glasklar, wie unsichtbar“) und ich bin in sie hineingewandert. Dieser recht unangenehme Vorfall in meiner Kindheit hatte weder für die Glastüre noch für mich weitere Folgen, denn ich war zum Glück nicht sehr schnell unterwegs. Leider ganz anders bei Vögeln, wenn sie mit hohem Tempo mit Glasfenstern und -fassaden zusammenstoßen: Sie brechen sich dabei sehr häufig gleich das Genick.

Das Problem ist seit langem bekannt, aber offenbar bis heute nicht befriedigend gelöst. Man kennt ja diese schwarzen Greifvogelsilhouetten, die vor allem früher auf Glasflächen geklebt wurden. Sie scheinen nur bedingt nützlich zu sein. Genaue Zahlen waren bisher nicht bekannt, aber wie viele Vögel tatsächlich durch dieses Problem umkommen, wollte nun eine Studie klären, die das Wissensmagazin „Einstein“ des Schweizer Fernsehens zusammen mit der Schweizerischen Vogelwarte Sempach und dem Schweizer Vogelschutz SVS hat im September lanciert hat.

Die Resultate dieser Studie sind beunruhigend, denn offenbar sterben jedes Jahr in der Schweiz Millionen von Vögeln durch Glasscheiben. Schätzungen von Fachleuten gehen davon aus, dass es fünf bis sechs Vögel pro Haus und Jahr erwischt. Betroffen seien dabei alle möglichen Vogelarten, „vom kleinen Zaunkönig bis zum stattlichen Eichelhäher“.

Auch wenn mir die Zahl zu hoch gegriffen erscheint, sollten geeignete Maßnahmen gegen Vogelkollisionen vermehrt gefördert (und gefordert) werden. Ein Merkblatt des Schweizer Vogelschutzes kann hier heruntergeladen werden (PDF).

Weitere Infos zum Thema „Vogelkiller Glas“, sowie zum vogelfreundlichen Bauen finden sich auf folgenden Seiten:

www.vogelglas.info