Archiv für die Kategorie ‘Elstern’

06. März 2011 Elstern auf Säugetieren

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In den E-Mail-News-Gruppen „orninews“ und „obsalsace“ sind vor einiger Zeit Fotos gezeigt worden, die auch für einen größeren Interessentenkreis interessant sein dürften. Es handelt sich dabei um Aufnahmen, die Elstern auf Eseln und Schafen sitzend zeigen.

Elster sucht im Fell eines Esels nach Nahrung

Elster sucht im Fell eines Esels nach Nahrung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zum Teil erkennt man, dass die Vögel im Fell der Tiere etwas suchen – wohl Parasiten – andererseits scheinen sie die Säuger einfach als Sitzwarte oder Aufscheucher zu benutzen.

Ein Esel als Sitzwarte

Ein Esel als Sitzwarte

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dieses Verhalten kennt man von einigen Vogelarten wie zum Beispiel von Staren und Schafstelzen. Die Esel und Schafe scheinen sich nicht von den Elstern gestört zu fühlen.

Eine Elster am Vorderlauf des linken Esels

Eine Elster am Vorderlauf des linken Esels

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auch Schafe werden von Parasiten befreit

Auch Schafe werden von Parasiten befreit

21. November 2010 Les Jacasses – Fundstück aus Paris

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Les Jacasses, Paris

Les Jacasses, Paris

Es gibt nicht viele Wirtshausschilder mit Rabenvögeln – oder besser: Ich habe bisher noch nicht viele entdecken können. Auf der Seite „Rabenvögel in der Gastronomie“ findet sich eines aus Basel, im entsprechenden Blogeintrag eines aus Großbritannien. Das neuste Fundstück stammt aus Paris und ziert eine Lesbenbar im Marais mit Namen „Les Jacasses“. Der Name leitet sich vom französischen Verb jacasser ab, das sich auf das Schwatzen, Plappern, Schreien der Elster bezieht, die darum auch das Schild schmückt.

Link zum Facebook-Eintrag der Bar „Les Jacasses“

25. August 2010 Bestätigt: Jäger sind dumm!

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In der Celleschen Zeitung ist online ein Artikel zu finden, der darauf hinweist, dass der Hegering Celle im August dieses Jahres eine revierübergreifende Jagd zum Schutz von Singvögeln und Ernteerträgen durchführt (alle Zitate aus dem Artikel kursiv). Teile der Krähen-, Elster- und Ringeltaubenpopulation sollen zur Strecke gebracht werden, so die Zeitung. Völlig unkommentiert und ohne nachzufragen wird dann ein gewisser Hans Goller vom Hegering zitiert, weshalb Jagd auf diese Vögel gemacht wird: Rabenkrähen seien […] für erheblichen Schaden unter bodenbrütenden Singvögeln auch auf der Roten Liste verantwortlich, deren Nester sie plündern. Aha. Wären Rabenkrähen tatsächlich so plünderisch, wären die anderen Singvögelchen schon viel früher ausgestorben. Hauskatzen sind bekanntermaßein ein viel größeres Problem, ganz abgesehen von der durch die moderne Landwirtschaft leergeräumten Landschaft, die immer weniger geeignete Bruthabitate der gefährdeten Vogelarten bietet.

Doch das Hammerargument für die Jagd kommt erst noch. Das Ziel des jagdlichen Eifers sind diesmal die Elstern: Im Herbst lässt sich zudem noch etwas erstaunliches beobachten. Dann schließen sich regelrechte Jungvogeltrupps von 30 bis 50 Tieren zusammen und arbeiten sich systematisch durch Hecke um Hecke, Baum um Baum und räumen die Nester dort leer. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: IM HERBST WERDEN DIE NESTER LEERGERÄUMT! Im HERBST, wenn kein Nest mehr besetzt ist, kommen die bösen Elstern und holen sich die gefährdeten Singvögelchen.

Fazit: Jäger sind dumm. Sie haben von Biologie bzw. Ornithologie keine Ahnung und verwechseln Hege mit Naturschutz.

PS: Ich kenne auch intelligente Leute, die jagen. Aber die nennen sich nicht Jäger.

Hier der Online-Artikel in der Celleschen Zeitung. Leider ist kein Datum ersichtlich.

11. April 2010 Keine Rabenkrähen in den Top Ten

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Bei der seit 2005 jährlich stattfindenden „Volksvogelzählung“ des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) wurden die Trends der letzten Jahre auch 2009 wieder bestätigt. Mehr als 40’000 Vogelfreunde haben am zweiten Maiwochenende während einer Stunde die Vögel in ihrem Garten gezählt. Die Ergebnisse sind bemerkenswert. Das traurigste gleich vorweg: Viele Vogelarten waren diesmal deutlich seltener zu sehen oder zu hören.

Der Zählung zufolge sind Haussperling und Amsel bundesweit mit Abstand die häufigsten Vögel in Städten und Dörfern, gefolgt von Kohlmeise, Star, Blaumeise, Mehlschwalbe, Elster, Mauersegler, Grün- und Buchfink. Das sind sozusagen die „Allerweltsvögel“, die sich nicht sonderlich spezialisiert haben in Bezug auf Biotop oder Nahrung und mehr oder weniger als Kulturfolger bezeichnet werden können. Als einziger Vertreter der Rabenvögel in den Top Ten liegt die Elster auf Platz sieben.

Interessant ist jetzt aber, dass Rabenkrähen gar nicht unter diesen Top Ten auftreten (sie erscheint erst auf Platz 15). Dies, obwohl man der schlechten Presse nach, die diese Vögel genießen, fast davon ausgehen musste, dass es nur noch Rabenkrähen in den Gärten gibt. Das Gegenteil ist der Fall, denn 2009 wurden bei der Zählung 41 Prozent weniger Rabenkrähen gemeldet als im Durchschnitt der vorangegangenen vier Jahre. Offenbar werden in Deutschland diese Vögel stark bejagt, was sich in diesen Zahlen bemerkbar macht. Was diese Zahlen ebenfalls aufdecken, ist, dass die Verfolgung der Rabenkrähen vollkommen sinnlos ist: „Zwischen der Zahl gemeldeter Rabenvögel und der anderer Gartenvögel ist erneut kein Zusammenhang zu erkennen.“

Wie steht es um die weiteren Vertreter der Rabenvögel  in der Rangliste? Auf Platz 22 kommt der Eichelhäher, die Dohle liegt auf Platz 24, die Saatkrähe auf Platz 29.

Ein weiteres Resultat der „Stunde der Gartenvögel“, wie die Zählung genannt wird, ist aus Sicht der Rabenvögel deutlich erfreulicher. Die Dohle, an vielen Orten ausgestorben oder stark gefährdet, wird von Jahr zu Jahr wieder häufiger beobachtet.

Wer weiterlesen will, findet hier den entsprechenden Onlineartikel:
Nabu: Rückgang der Vögel hat sich bestätigt