Bestätigt: Jäger sind dumm!

In der Celleschen Zeitung ist online ein Artikel zu finden, der darauf hinweist, dass der Hegering Celle im August dieses Jahres eine revierübergreifende Jagd zum Schutz von Singvögeln und Ernteerträgen durchführt (alle Zitate aus dem Artikel kursiv). Teile der Krähen-, Elster- und Ringeltaubenpopulation sollen zur Strecke gebracht werden, so die Zeitung. Völlig unkommentiert und ohne nachzufragen wird dann ein gewisser Hans Goller vom Hegering zitiert, weshalb Jagd auf diese Vögel gemacht wird: Rabenkrähen seien […] für erheblichen Schaden unter bodenbrütenden Singvögeln auch auf der Roten Liste verantwortlich, deren Nester sie plündern. Aha. Wären Rabenkrähen tatsächlich so plünderisch, wären die anderen Singvögelchen schon viel früher ausgestorben. Hauskatzen sind bekanntermaßein ein viel größeres Problem, ganz abgesehen von der durch die moderne Landwirtschaft leergeräumten Landschaft, die immer weniger geeignete Bruthabitate der gefährdeten Vogelarten bietet.

Doch das Hammerargument für die Jagd kommt erst noch. Das Ziel des jagdlichen Eifers sind diesmal die Elstern: Im Herbst lässt sich zudem noch etwas erstaunliches beobachten. Dann schließen sich regelrechte Jungvogeltrupps von 30 bis 50 Tieren zusammen und arbeiten sich systematisch durch Hecke um Hecke, Baum um Baum und räumen die Nester dort leer. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: IM HERBST WERDEN DIE NESTER LEERGERÄUMT! Im HERBST, wenn kein Nest mehr besetzt ist, kommen die bösen Elstern und holen sich die gefährdeten Singvögelchen.

Fazit: Jäger sind dumm. Sie haben von Biologie bzw. Ornithologie keine Ahnung und verwechseln Hege mit Naturschutz.

PS: Ich kenne auch intelligente Leute, die jagen. Aber die nennen sich nicht Jäger.

Hier der Online-Artikel in der Celleschen Zeitung. Leider ist kein Datum ersichtlich.

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2 Kommentare zu “Bestätigt: Jäger sind dumm!”

  1. Rabenkrähe sagt:

    Auch wenn das eine schwierige Debatte ist, ich glaube kaum, dass es langfristig was bringt, Rabenvögel abzuschießen, selbst wenn sie gelegentlich Nester ausräumen…. im Herbst 😀
    Das Problem liegt woanders, in Monokulturen, Zersiedelung, wildernden Hausakatzen, exotischen statt einheimischen Gewächsen etc.
    Da muss man ansetzen, wenn man wirklich bessere Bedingungen für Wildvögel schaffen will, finde ich.

    Übrigens, herzlichen Dank, dass Du mich verlinkt hast. Ich wollte dich eigentlich auch um einen Linktausch bitten, habe aber kein Kontaktformular oder so gefunden – da Du mich aber schon verlinkt hast, bin ich jetzt mal ganz dreist und tue es einfach 😉
    Den Linktext findest Du hier: http://www.rabenvogelblog.de/lc1-rabenvoegel.html
    Ich würde mich freuen, wenn drüber schauen würdest, ob Du damit einverstanden bist – sonst ändere ich gern nach Belieben 😉

    Liebe Grüße

  2. rabenschlau sagt:

    Ich glaube, dass es vielen Jägern wirklich nur darum geht, dass sie möglichst oft zum Schießen kommen. Ob auf „essbares“ Wild oder auf sogenannte „Schädlinge“ scheint da eher egal. Früher haben sie damit argumentiert, dass es Jäger braucht, um die natürlichen Feinde zu ersetzen. Heute – da diese natürlichen Feinde wie Wolf, Luchs, Bär wieder auftauchen – verlieren sie ihre Legitimation und fürchten sich sich um ihre Beute. Da kommt falsch verstandene Biologie als Argument gerade recht, um wieder etwas vor die Flinte zu bekommen, statt wirklich etwas für den Naturschutz zu tun.

    Vielen Dank für die Verlinkung :-) Hast dich wirklich bei mir rumgesehen 😀

    Viele Grüße

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