Archiv für Juni 2010

20. Juni 2010 Krähensuppe

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Suppen-Stube zur Krähe

Suppen-Stube zur Krähe

Dass Gastbetriebe gar nicht so selten Rabenvögel im Namen führen, wurde an anderer Stelle schon eingehend beschrieben. Hier soll nun der Blick auf die tatsächlich kulinarische Verwertung von Rabenvögeln geworfen werden und zwar gleich mit einem passenden Rezept.

In der Kochliteratur kommen zwar immer wieder Wildvögel zur Verwendung, aber selten bis nie sind es Rabenvögel, die für ein Gericht zubereitet werden. Sie werden zwar von Jägern liebend gern geschossen, aber in der Küche möglichst vermieden. Das mag seine Gründe im Geschmack des Wildbrets haben, denn das Fleisch der Allesfresser Krähen, Raben, Elstern oder Dohlen wird wohl etwas gewöhnungsbedürftig sein. So steht auch in einem Kommentar zum untenstehenden Rezept „… und gestunken hats in der Küche 1 woche lang nach Müllauto“. Andererseits scheint das Gekochte durchaus gut angekommen zu sein, denn „allen hat die Suppe geschmeckt“, heißt es in einem anderen Kommentar. Es soll also jeder selber herausfinden, ob Krähen wie ein Müllauto schmecken oder doch besser… Auf jeden Fall finde ich , dass die Jäger – wenn sie schon Rabenvögel schießen  – diese auch essen sollten.
PS: Ich glaube nicht, dass in der „Suppen-Stube zur Krähe“ in Basel Krähensuppe serviert wird.


Krähen-Suppe (gefunden auf Chefkoch.de, gepostet vom Mitglied „Seide“)

Zutaten für 4 Personen:
2 Krähen, küchenfertig
30 ml Öl
Pfeffer, Salz, Suppengrün
2 Zwiebeln, ungeschält
1 Lorbeerblatt
1 EL Senfkörner
10 Körner weißer Pfeffer
Sherry
je 30 g Möhren, Lauch und Sellerie, in feine Streifen geschnitten


Brustfilets auslösen, in Streifen schneiden, pfeffern und salzen. Keulen abtrennen und halbieren. Sichtbares Fett entfernen. Knochen zerkleinern. Keulen und Knochen 2 Std. in Salzwasser wässern. Auf ein Sieb geben und gut abtropfen lassen. In der Pfanne das Öl erhitzen, die Brustfiletstreifen ca. 3-4 Min. braten. Mit dem Schaumlöffel herausheben, auf Alufolie legen und einschlagen. Im gleichen Fett Knochen und Keulenstücke scharf anbraten. Bratensatz mit etwas Wasser lösen. Zusammen mit den Knochen in den Schnellkochtopf geben. Suppengrün, Zwiebeln und Gewürze zufügen und mit heißem Wasser bedecken. Bei Garstufe II 15 Min. kochen.
In Streifen geschnittenes Gemüse in kochendem Salzwasser kurz garen, herausnehmen und zur Seite stellen. Brühe durch ein mit einem Tuch ausgelegtes Haarsieb gießen, entfetten. Nochmals erwärmen. Mit Pfeffer, Salz und Sherry abschmecken. Brustfiletstreifen und das Gemüse hineingeben und servieren.
Tipp: Das Brustfleisch nur bei jungen Krähen so verwenden. Bei älteren Tieren empfiehlt es sich, die Vögel ganz zu kochen, das Fleisch von den Knochen abzulösen und erkaltet mit Ei und Sahne im Mixer zu pürieren. Mit Salz und Pfeffer würzen, Klößchen formen, separat in Wasser garen und als Suppeneinlage verwenden.

12. Juni 2010 Weiße Krähe wird Botschafterin

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Artikel in "20 Minuten"

Artikel in "20 Minuten"

Im Gratisblatt „20 Minuten“ stand am 3. Juni dieses Jahres endlich wieder etwas Lesenswertes drin: „Albino-Krähe gefunden“. Ein Mann hatte in Krauchthal eine weiße, noch sehr junge Krähe gefunden und sie in der Wildstation Landshut in Utzenstorf abgegeben. Dort wird sie zusammen mit anderen fehlgeprägten Rabenvögeln ein Dauergast sein, denn ihr auffälliges Äusseres mache die Krähe zu einer leichten Beute, so die Begründung der Wildstation. Diese Aussage wage ich allerdings doch etwas in Frage zu stellen, wenn ich mir andere (fast) reinweiße Vogelarten vorstelle wie zum Beispiel Lachmöwen, Seidenreiher oder Kuhreiher, die vermutlich alle schon ausgestorben wären, wenn die Farbe Weiß so gefährlich wäre. Ich nehme deshalb eher an, dass die weiße Krähe von ihren schwarzen Artgenossen nicht akzeptiert worden ist, was auch der Tierpfleger im Video unten bestätigt. Und noch etwas: Bei der weissen Krähe handelt es sich offenbar nicht um einen Albino, sondern um eine spontane Mutation der Natur. Der Vogel hat denn auch keine roten, sondern dunkelblaue Augen… Grund für die seltene Gefiederfärbung ist ein Mangel an Melanin, das für die Farbgebung verantwortlich ist.
Auf jeden Fall soll diese seltene weiße Rabenkrähe zur Botschafterin der Wildstation werden, denn an ihr könne man zeigen, ob und wann eine Auswilderung eingefangener Wildtiere sinnvoll sei und wann nicht.

Ein hübsches Video über diesen Vogel ist hier zu sehen. Der Titel allerdings „Die letzte weisse Krähe der Schweiz“ ist völliger Schwachsinn. Als hätte es bis jetzt noch viel mehr von diesen weißen Vögeln gegeben…

Weitere Informationen zum Thema:

Artikel in „20 Minuten“
Artikel im „Berner Oberländer“
Artikel in der „NZZ online“
Foto einer echten Albinorabenkrähe