Archiv für Oktober 2009

17. Oktober 2009 Rabenvögel auf dem Buchumschlag (3)

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Thalia-Herbstprospekt 2009

Thalia-Herbstprospekt 2009

Nicht, dass es nichts anderes über Rabenvögel zu berichten gäbe, aber im Moment findet bekanntlich die Frankfurter Buchmesse statt, weshalb dieses Thema brennend aktuell ist. Heute habe ich auch einen Prospekt der Buchhandelskette „Thalia“ zu sehen bekommen, auf deren Titelseite – was wohl – ein Rabe abgebildet ist. Thema des Prospekts ist Spannung: «Neue fesselnde Krimis und packende Romane». Immer wieder spannend finde ich auch die Verbindung der Krimi-, Fantasy- und Mystery-Literatur mit den Darstellungen von Rabenvögeln. Es scheint, dass Rabenvögel immer noch stellvertretend für das „Unheimliche“ und „Böse“ stehen.

Hier also meine heutige Ausbeute (gefunden im Thalia-Prospekt):

Tana French: Grabesgrün

Tana French: Grabesgrün

1. Tana French: Grabesgrün. Fischer Taschenbuch Verlag

Verlagstext:
»Was ich Ihnen sagen will, ehe ich mit meiner Geschichte anfange, ist zweierlei: Ich sehne mich nach der Wahrheit. Und ich lüge.«
Wer bringt ein kleines Mädchen um und bahrt es auf dem Opferaltar einer Ausgrabungsstätte auf? Jede Spur, die die beiden jungen Dubliner Ermittler Rob Ryan und Cassie Maddox verfolgen, führt sie nur tiefer in ein Dickicht, in dem sich alle Gewissheiten in ihr Gegenteil verkehren. Und keiner darf erfahren, dass Rob vor vielen Jahren selbst etwas Furchtbares erlebt hat – im Wald bei ebenjener Ausgrabungsstätte …

Ulrich Ritzel: Beifang

Ulrich Ritzel: Beifang

2. Ulrich Ritzel: Beifang. btb-Verlag

Verlagstext:
Der ausgediente Kriminalbeamte Hans Berndorf bekommt den Auftrag, private Ermittlungen zu dem Mord an einer jungen Frau zu führen, deren Ehemann als anscheinend bereits überführter Täter in Ulm vor Gericht steht. Doch als Berndorf eintrifft, ist sein Auftraggeber – der Verteidiger des Angeklagten – tot, auf dem Hauptbahnhof von einem Güterzug überrollt. Hat er Selbstmord begangen oder ist er vor den Zug gestoßen worden? Das ist nicht die einzige Frage, vor der Berndorf steht. Vor seinem Tod war der Anwalt wiederholt in heftige Auseinandersetzungen mit dem Vorsitzenden Richter geraten, weil ein seiner Ansicht nach für das Verfahren entscheidendes Beweisstück spurlos verschwunden ist: ein Schmuck, den die ermordete junge Frau getragen hatte. Dieser Schmuck – eine Goldkette mit einem breiten Ring, auf dem in Miniatur das biblische Motiv des Sündenfalls eingearbeitet war – führt Berndorf weit über seinen ursprünglichen Auftrag hinaus. Er stößt auf allerhand Merkwürdigkeiten – eine davon ist, dass der tote Anwalt und der Vorsitzende Richter entgegen dem Anschein, den sie in der Verhandlung geweckt hatten, seit vielen Jahren gute Bekannte waren. In dem Dickicht von alltäglichen Verstrickungen, von Lügen und Niedertracht, das Berndorf freizulegen versucht, stößt er schließlich auf das Verbrechen, das vor Jahrzehnten am Anfang von allem stand.

Michael Robotham: Dein Wille geschehe

Michael Robotham: Dein Wille geschehe

3. Michael Robotham: Dein Wille geschehe. Goldmann.

Verlagstext:
Der renommierte Psychotherapeut Joe O’Loughlin wird zu einem erschreckenden Vorfall gerufen: Im strömenden Regen steht eine Frau nackt auf der Clifton Bridge in Bristol, High Heels an den Füßen und ein Handy am Ohr. Auf Joes beschwichtigende Worte reagiert sie nicht, sondern springt direkt in den Tod – ferngesteuert und willenlos. Der erfahrene Psychologe Joe steht vor einem Rätsel. Wurde die Frau tatsächlich von ihrem Anrufer in den Selbstmord getrieben? Als wenige Tage später die Geschäftspartnerin der Toten erfroren aufgefunden wird, an einen Baum gekettet, unbekleidet und mit einem Handy zu ihren Füßen, hat Joe Gewissheit: Hier ist ein gefährlicher Psychopath am Werk, ein Experte für Menschenmanipulation, der die Seele seiner Opfer bricht. Weil der mysteriöse Unbekannte jedoch keine Spuren hinterlässt, bleibt Joe nur eines: Er muss seinen Freund und Vertrauten, den pensionierten Detective Vincent Ruiz um Hilfe bitten. Noch kann Joe nicht ahnen, dass er selbst ins Visier des Täters geraten ist …

PS: Hier scheint der gleiche Illustrator beschäftigt worden zu sein wie bei „Grabesgrün“…

Håkan Nesser: Mensch ohne Hund

Håkan Nesser: Mensch ohne Hund

4. Håkan Nesser: Mensch ohne Hund. btb-Verlag
Verlagstext:
Familie Hermansson hat sich versammelt, um zwei Geburtstage zu feiern: den 65. des gerade pensionierten Vaters Karl-Erik und den 40. der ältesten Tochter Ebba. Doch plötzlich verschwinden zwei Familienmitglieder spurlos, Sohn Walter und Enkel Henrik. Wurden Sie Opfer eines Verbrechens? Die scheinbar heile Familienwelt beginnt zu bröckeln – und Kommissar Barbarotti ermittelt …

PS: Hier mal zur Abwechslung eine Elster statt immer nur die schwarzen Raben(krähen) …

16. Oktober 2009 Rabenvögel auf dem Buchumschlag (2)

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Sobald man einmal angefangen hat, sich auf Rabenvögeln auf Buchcover zu achten, entdeckt man laufend neue. Hier eine ganze Reihe des russischen Fantasy-Autors Sergej Lukianenko dessen deutsche Übersetzungen bei Heyne erschienen sind.

Rabenvögel auf den Titelbildern der Bücher von Sergej Lukianenko

Rabenvögel auf den Titelbildern der Bücher von Sergej Lukianenko


16. Oktober 2009 Tricksen – Schummeln – Betrügen: das können auch Rabenvögel

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Tricksen, schummeln und betrügen sind als Verhaltensweisen der Menschen untereinander nicht sehr beliebt – zumindest nicht bei jenen, die ausgetrickst, beschummelt oder betrogen wurden. Bei den Tieren ist das nicht anders, denn auch sie fallen immer wieder auf Tricksereien ihrer Artgenossen herein. Immer geht es beim Betrügen darum, sich irgendeinen Vorteil gegenüber dem anderen zu verschaffen. Allerdings braucht es schon eine gehörige Portion an Vorstellungskraft, an Fantasie, wie ein Geschehen in der Zukunft – hier ganz konkret ein Verhalten eines anderen Tieres – ablaufen könnte, damit man schließlich besser da steht als der andere.

Ähnlich wie Menschen, Affen oder Hunde leben Kolkraben, Rabenkrähen und Saatkrähen lange in Gruppen mit Artgenossen zusammen, wo eine meist recht strenge Hierarchie herrscht und die ranghöchsten Individuen das meiste und beste Futter abbekommen. Hier muss man schlau sein, um nicht unterzugehen. Und wie die Menschen, die Affen oder Hunde haben die Rabenvögel eine speziell entwickelte Hirnregion, das Nidopallium, das unserem Großhirn entspricht. Wir „denken“ mit dem Großhirn, Vögel mit dem Nidopallium, das verhältnismäßig viel Platz im Kopf einnimmt.

Um also die Intelligenz von Rabenvögeln zu untersuchen, scheint es sinnvoll, die Verhaltensweisen der Rabenvögel näher zu betrachten, in denen betrogen und getrickst wird, denn dazu braucht es offenbar eine besondere Leistung des Gehirns. Wenn Kolkraben mehr als genug Xpress money point zu fressen haben, verstecken sie einen Teil des Futters als Vorrat für schlechte Tage. Als Gruppentier, das nicht daran interessiert ist, dass sich die Artgenossen über das versteckte Futter hermachen, muss es sich etwas einfallen lassen, damit nur es selber vom versteckten Futter profitiert. So verstecken Kolkraben ihr Futter meistens nur dann, wenn sie niemand dabei beobachten kann. Wenn dies nicht möglich ist, dann müssen die anderen getäuscht werden. Sie sind ausgesprochene Meister im taktischen Betrügen, denn sie tun häufig nur so, als ob sie das Futter versteckten, um es dann heimlich irgendwo anders zu vergraben. Oder sie täuschen an einem Ort Futter vor, das natürlich die ranghöheren Vögel für sich beanspruchen. Wenn diese am vermeintlichen Futterort angekommen sind, hat sich der rangniedere Vogel längst aus dem Staub gemacht und damit Zeit gewonnen, sich das Futter dort zu holen, wo es tatsächlich war.

Wer weiterlesen will, findet hier die entsprechende Literatur:

13. Oktober 2009 Rabenvögel auf dem Buchumschlag (1)

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Buchumschlagillustratoren haben es schwer: Sie müssen ständig irgendwelche Bücher illustrieren, die sie kaum kennen, die sie nicht gelesen haben, weil ihnen die Zeit dazu fehlt oder die sie überhaupt nicht interessieren. Gleichzeitig stehen sie unter dem Druck, dass ihr Werk einen großen Teil dazu beitragen soll, dass sich das Buch gut verkauft. Hier werden in loser Folge immer wieder Bücher vorgestellt, die mit Rabenvögeln auf dem Umschlag werben.

Muttermilch von Edward St Aubyn

Muttermilch von Edward St Aubyn

Verlagstext:
Dieses schneidend witzige Porträt einer Familie verhalf Edward St Aubyn zum internationalen Durchbruch. Wie er die wechselnden Allianzen zwischen Eltern und Kindern, Männern und Frauen beschreibt, das ist schlichtweg brillant und steckt voll trauriger Wahrheit. Patrick ist ein von Versagensängsten und Existenznöten getriebener Familienvater, dessen Frau Mary zu allem Überfluss auch noch den Sex aufgegeben hat. Mary geht ganz in ihrer Mutterrolle auf und wird beinahe aufgefressen von der Sorge um die Kinder. Aber erst als Patricks eigene schreckliche Mutter sich entschließt, das Zuhause der Familie ihrem New-Age-Guru zu vermachen, zerreißt das Netz der falschen Hoffnungen endgültig. Kinder, Ehe, Ehebruch und Sterbehilfe – es sind die großen Themen, die St Aubyn mit Hilfe seiner strahlenden Prosa ohne Narkose seziert. Kein Zweifel: Für den, der von dieser Muttermilch getrunken hat, bekommt der Begriff »postnatale Depression« eine ganz neue Bedeutung …

Edward St Aubyn, Muttermilch. Dumont Buchverlag 2009