Archiv für August 2009

25. August 2009 Raben als Todesboten

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Aus der Coop-Zeitung vom 30. Juli 2003

Aus der Coop-Zeitung vom 30. Juli 2003

Raben haben einen schlechten Ruf. So schlecht, dass sie heute noch für viele Menschen mit Tod und Verderben, mit schlechtem Omen und unheilvollen Vorahnungen verbunden werden. So auch für diese Person, die ihre Beobachtung Margarethe Letzel, der langjährigen Ratgeberin in der Coop-Zeitung schilderte:

Neulich beobachtete ich etwas, das mich nicht mehr loslässt. Auf unserem Dach machten sich plötzlich Raben mit laut pickenden Geräuschen bemerkbar. Solche Vögel hatte ich vorher bei uns noch nie gesehen. Ein Bekannter sagte mir, das sei ein Zeichen, dass jemand sterbe und ich erinnerte mich, dass auch meine Mutter mir früher so etwas erklärt hatte. Zwei Tage später erfuhren wir, dass der Ex-Mann unserer Mieterin verstorben war.

Auch wenn dieser Artikel einige Jahre her ist und ich vermute, dass diese Person eigentliche Raben nicht von den kleineren Rabenkrähen unterscheiden kann, sollten ihre Gefühle, bzw. ihr Aberglaube doch ernst genommen werden. Offenbar gibt es auch heute noch gewisse Menschen unter uns, die herzlich wenig aufgeklärt sind und natürlichen Phänomenen eine besondere Bedeutung zumessen. Diese jahrhundertealte Angst vor den „schwarzen Gesellen“ bzw. die Angst vor dem, was die Rabenvögel in den Augen der Abergläubischen bedeuten, ist in vielen Gebieten Europas verbreitet, wie folgendes Beispiel aus dem Erzgebirge zeigt:

Fliegt ein Rabe krächzend übers Haus,
So trägt man bald einen Toten raus.

Aber auch aus der Schweiz sind viele Belege für Raben als Todesvögel bekannt. Wer sich eingehender mit dieser Thematik befassen möchte, dem empfehle ich das reichhaltige Buch von Ernst und Luise Gattiker «Die Vögel im Volksglauben», Wiesbaden 1989. Eine weitere Empfehlung: Claus-Peter Lieckfeld und Veronika Straaß «Mythos Vogel», München 2002.

Aberglaube hin oder her: Unwissen über die Lebensweise der Rabenvögel und damit verbunden ein generelles Unverständnis über die Zusammenhänge in der Natur wurden und werden immer noch vielen Raben (und nicht nur ihnen!) zum Verhängnis.

» Hier gibt es den vollständigen Artikel aus der Coopzeitung

22. August 2009 Rabenvögel in der Gastronomie

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Magpie Inn © waysidearteastanglia.me.uk

Magpie Inn © Avril Pierssené 2008

Anders als der Titel dieses Beitrags suggeriert, geht es hier nicht um die kulinarische Verwertung von Rabenvögeln. Dies gibt es zwar durchaus und wird hier auch einmal Thema sein. An dieser Stelle geht es aber um die Namen von Restaurants, Bars und Hotels, die erstaunlich oft Rabenvögel im Namen tragen.
» Die Liste mit Schweizer Gastrobetrieben ist hier zu finden. Sie ist nach einer nur kurzen Internetrecherche entstanden, nach Postleitzahlen geordnet und mit Links versehen – soweit vorhanden.
Ein paar Dinge fallen auf: Die Rabenbetriebe konzentrieren sich vor allem in der Ostschweiz und die westlichste Nennung eines Rabenvogels stammt aus Basel. Während alle anderen Gastrobetriebe den eigentlichen Raben im Wappen führen, ist der Basler Rabenvogel eine Krähe.
» Hier geht’s zur Liste.
Wenn Sie weitere Betriebe kennen, die hier nicht aufgelistet sind, dann schreiben Sie mir doch bitte einen Kommentar!

13. August 2009 Krähen nutzen drei Werkzeuge hintereinander

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In immer neuen Experimenten weisen Forscher nach, dass Rabenvögel zu erstaunlichen geistigen Leistungen fähig sind. Unsere landläufige Meinung, dass Tiere im Allgemeinen mehr oder weniger bloß triebgesteuert sind und ihre Handlungen auf wenig bis gar keine zukunftsgerichtete Vorstellungskraft basieren, gerät damit zum Glück ins Wanken. Das Experiment, das diese Woche veröffentlicht wurde, beweist dies sehr eindrücklich.

Um an Futter zu gelangen, das von Forschern der Universität von Oxford unerreichbar in Röhren gelegt wurde, mussten Krähen drei verschiedene Werkzeuge nacheinander benutzen. Zwei dieser Werkzeuge waren dabei nicht offen verfügbar, sondern lagen ebenfalls unerreichbar in craigslistq.org Röhren. Ziel war es nun, mit dem ersten Werkzeug das zweite aus der Röhre zu holen und anschließend mit dem zweiten das dritte Werkzeug, mit dem schließlich das Futter hervorgeholt werden konnte. Einige Krähen lösten die Aufgabe gleich beim ersten Versuch, ohne vorher geübt zu haben.

Das Video zeigt Krähe Betty beim ersten Anlauf in der vierten Versuchsanordnung.

Wer weiterlesen will, findet hier die entsprechende Literatur:

07. August 2009 Die Krähe und der Wasserkrug

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Aesop hatte damals gut beobachtet, als er seine Fabel „Die Krähe und der Wasserkrug“ schrieb. Wie britische Forscher in einem Experiment nun zum ersten Mal nachgewiesen haben, sind Krähen tatsächlich in der Lage, den Wasserspiegel in einem Gefäß anzuheben, indem sie Steine hineinwerfen. Das taten die Krähen im Versuch natürlich nicht einfach nur zum Spaß, sondern weil sie an das auf dem Wasser schwimmende Futter gelangen wollten. Clever wie sie waren, benutzten die Krähen vor allem größere Steine, damit der Wasserspiegel schneller stieg.

Dass die Krähen gezielt größere Steine benutzen, um schneller an das Futter zu kommen, zeigt folgendes Video:

Wer weiterlesen will, findet hier die entsprechende Literatur: