08. Dezember 2013 Krähen – Ein Portrait von Cord Riechelmann

Krähen – Cord RiechelmannGestern habe ich ein kleines, feines Büchlein geschenkt bekommen, von dem ich nicht mal wusste, dass es existierte. Es ist bei Matthes & Seitz in Berlin dieses Jahr erschienen und fängt so an: „Jeder kennt sie, kaum einer mag sie“. Offenbar mag der Biologe und Publizist Cord Riechelmann sie, die Krähen, denn er erzählt mit deutlich herauslesbarer Bewunderung die erstaunliche Natur- und Kulturgeschichte dieser klugen Vögel und portraitiert 20 Vertreter dieser Vogelfamilie. Je eine Seite Text mit einer Verbreitungskarte und einer schönen historischen Abbildung machen dieses Büchlein zu einem ornithologischen, soziologischen und kulturwissenschaftlichen Kleinod!

Sehr empfehlenswert!

13. April 2012 Mit Falken gegen die Krähen

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Japan scheint eine Krähenplage zu haben. Zumindest in gewissen Medien wurde das behauptet und in letzter Zeit wieder hervorgekramt. Ist jetzt schon saure Gurkenzeit? Wie dem auch sei, auch in Japan rätselt man, weshalb sich die Krähen in den letzten Jahren so stark vermehren konnten. Eine naheliegende Antwort scheint auch dort die steigende Menge des Abfalls zu sein. Immer mehr Müllsäcke mit Essensresten werden vor die Haustür gestellt, was für die Krähen ein reich gedeckter Tisch darstellt. Zudem ist es in den Städten meistens wärmer als auf dem Land und auch die natürlichen Feinde sind weniger häufig.

In verschiedenen Städten gehen die Behörden jetzt auf die Jagd nach den Krähen, versuchen sie in Fallen zu fangen oder ihre Nester zu zerstören. Doch genau wie in Europa auch scheinen alle Maßnahmen wenig zu fruchten. Die Krähen sind schlauer als gedacht und haben sogar angefangen, „falsche“ Nester zu bauen, um die Verfolger zu verwirren.

Eine wohl sinnvollere Methode wird in Takeo City angewendet. Dort werden die Krähenschwärme von einer Falknerin bei Bedarf verscheucht. Das Besondere daran: die Falknerin ist erst 17-jährig und geht noch zur Schule. Sie ist hübsch und macht einen guten Job: Ein gefundenes Fressen für Journalisten… Der folgende Videobericht ist natürlich auf Japanisch, aber dennoch gut verständlich!


bird von damasareta

Wer weitere Infos möchte, wird hier fündig:

01. Februar 2012 Deutschlands Vogel des Jahres: die Dohle

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Dohle

Dohle – Foto dodsport (Shawnna Porter)

Deutschlands Naturschutzbund NABU hat die Dohle als Vogel des Jahres 2012 gewählt. „Damit beleuchten wir eine der intelligentesten heimischen Vogelarten, die trotz ihrer Anpassungsfähigkeit immer weniger Nistmöglichkeiten findet“, erklärt NABU-Vizepräsident Helmut Opitz. In der Tat sind die beiden größten Probleme des hübschen Rabenvogels mit den blauen Augen die fehlenden Nistmöglichkeiten und die schwindenden Nahrungsgrundlagen.

Die ehemalige Steppenbewohnerin hat sich im Laufe der Zeit sehr an den Menschen angepasst und als Kulturfolgerin die Gebäude als Nistort angenommen. Viele Türme von Kirchen und Burgen boten lange Zeit genug Möglichkeiten in Form von Nischen, Mauerlöchern oder Dachstühlen. Und in der Umgebung ihrer Nistplätze fand sie immer genug Käfer, Heuschrecken, Würmer und Schnecken zum Fressen. Beides ist nun für diesen Vogel immer seltener geworden: Bei Gebäudesanierungen werden alle Löcher verschlossen, was zwar für die Energiebilanz des Gebäudes vorteilhaft ist, aber dadurch verschwinden auch die möglichen Brutplätze für die Kolonienbrüter. Die intensivierte Landwirtschaft ihrerseits sowie die Versiegelung vieler Grünflächen lässt für die Dohlen immer weniger Nahrung übrig.
Damit wird deutlich, dass für eine gezielte Förderung des kleinen Rabenvogels mindestens beide Aspekte berücksichtigt werden müssen: Nistplatzmöglichkeiten sowie Nahrungsgrundlagen.

Weitere Infos:
NABU – Vogel des Jahres

14. Januar 2012 Krähen können auch rodeln

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Hier mal ein russisches Video, das zur Zeit ganz angesagt ist. Es zeigt eine Krähe, die von einem schneebedeckten Dach hinunterrodelt:

Selber habe ich dieses Verhalten auch schon beobachten können, damals war es ein ganzer Schwarm von Krähen, der sich im Neuschnee vergnügte. Pure Lust an der Freud!

30. November 2011 Raben als Titelthema im „Ornis“

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Ornis-Titelbild

Ornis-Titelbild

„Ornis“, das Ornithologie-Heft des Schweizer Vogelschutzes SVS/BirdLife, hat in der letzten Ausgabe dieses Jahres den Kolkraben auf dem Titel. Ihm ist ein vierseitiges Portrait gewidmet, das nicht nur biologische, sondern auch kulturelle und gesellschaftliche Aspekte beleuchtet. Passenderweise ist im selben Heft auch ein Artikel über die Intelligenz von Vögeln zu finden, wo selbstverständlich auch auf die manchmal erstaunlichen Leistungen gerade von Rabenvögeln hingewiesen wird.

Das Heft ist beim Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz erhältlich.

17. August 2011 Raben auf Schloss Landshut

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Flyer zur Sonderausstellung

Noch bis zum 16. Oktober 2011 ist im Schloss Landshut in Utzenstorf, Kt. Bern, die kleine, aber sehenswerte Sonderausstellung «Raben – Schlaue Biester mit schlechtem Ruf» zu sehen. Diese Wanderausstellung, die von den Naturmuseen Olten und St. Gallen konzipiert wurde, war schon in verschiedenen Museen der Schweiz und in Deutschland zu sehen und macht jetzt Halt im Schweizer Museum für Wild und Jagd.
Im Dachgeschoss des Schlosses werden die zehn in der Schweiz heimischen Rabenvogel-Arten ausführlich portraitiert. Zudem sind verschiedene Exponate zu sehen, die sich mit der Lebensweise der Rabenvögel befassen und auch kulturgeschichtliche Aspekte beleuchten. Speziell wird auf das ambivalente Verhältnis der Menschen mit diesen Vögeln und die Gründe für unsere Konflikte mit ihnen hingewiesen. Eine im Museum erhältliche Broschüre fasst Fotos und Ausstellungstexte zusammen und ergänzt den Museumsbesuch.

Hier der Link zum Schloss Landshut mit allen relevanten Informationen

05. August 2011 Rabenvögel im Straßenmagazin

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Titelbild "Surprise"

Titelbild "Surprise"

Nicht gerade aktuell – ich weiß – aber dennoch der Hinweis auf eine ältere Ausgabe des Schweizer Straßenmagazins „Surprise“. Die Titelstory der Nummer 248/11 befasst sich mit den „Intelligenten Flugkünstlern“.

Hier kann man diesen Artikel online lesen.

27. Mai 2011 Dohlen-Webcam

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Dohlen-Webcam

Dohlen-Webcam

Jetzt kann man auch den Dohlen vom heimischen Rechner aus ins Nest schauen – gesetzt, man hat einen Internetanschluss. In einem der Nistkästen am Turm von Schloss Landshut hat das Schweizer Museum für Wild und Jagd, das dort seinen Sitz hat, eine Webcam installiert, mit der ein Dohlenpaar beim Brüten beobachtet werden kann. Die Jungen werden gegen Ende Juni/Anfangs Juli ausfliegen.

Die Vogelwarte Sempach schätzt den Bestand der Dohlen in der Schweiz auf 1100 bis 1200 Brutpaare. Als typischer Kulturfolger nutzt dieser Vogel häufig Hohlräume von Gebäuden. So auch rund ums Schloss Landshut, wo diese Art seit den 1970-er Jahren lebt.

Dohlen-Webcam im Schlussturm

14. April 2011 Rabenvögel auf Filmplakaten (2)

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Four Lions

Four Lions

Der Film «Four Lions» kommt jetzt in unsere Kinos. Diese … äh … rabenschwarze Kommödie beschreibt, wie vier in England lebende Dschihadisten ein Bombenattentat in London planen. Der schon 2010  erschienene Film von Chris Morris hat verschiedene Preise und Nominierungen erhalten, wurde aber auch wegen seines Themas kontrovers diskutiert.
Der folgende Text stammt von Wikipedia und erklärt auch gleich, weshalb auf dem Kinoplakat eine Krähe zu sehen ist:

 

«Der Film handelt von den jungen islamischen Freunden Omar, Waj, Faisal und Barry, wobei letzterer ein konvertierter Engländer ist. Sie leben in der englischen Stadt Sheffield und planen auf eigene Faust einen Schlag im Heiligen Krieg gegen die Ungläubigen. Zu diesem Zweck besuchen sie ein Terrorcamp in Pakistan. Als Faisal, der versucht, Krähen als Selbstmordattentäter einzusetzen, bei einem Unfall mit Sprengstoff stirbt, wird er durch Hassan ersetzt. Der Film findet seinen Höhepunkt im Versuch der vier verbleibenden Gotteskrieger, sich beim London-Marathon in die Luft zu sprengen.»

Hier noch ein paar Links zum Film:

Offizielle Webseite
Ein Interview mit dem Regisseur und Satiriker Chris Morris

IMDb

06. März 2011 Elstern auf Säugetieren

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In den E-Mail-News-Gruppen „orninews“ und „obsalsace“ sind vor einiger Zeit Fotos gezeigt worden, die auch für einen größeren Interessentenkreis interessant sein dürften. Es handelt sich dabei um Aufnahmen, die Elstern auf Eseln und Schafen sitzend zeigen.

Elster sucht im Fell eines Esels nach Nahrung

Elster sucht im Fell eines Esels nach Nahrung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zum Teil erkennt man, dass die Vögel im Fell der Tiere etwas suchen – wohl Parasiten – andererseits scheinen sie die Säuger einfach als Sitzwarte oder Aufscheucher zu benutzen.

Ein Esel als Sitzwarte

Ein Esel als Sitzwarte

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dieses Verhalten kennt man von einigen Vogelarten wie zum Beispiel von Staren und Schafstelzen. Die Esel und Schafe scheinen sich nicht von den Elstern gestört zu fühlen.

Eine Elster am Vorderlauf des linken Esels

Eine Elster am Vorderlauf des linken Esels

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auch Schafe werden von Parasiten befreit

Auch Schafe werden von Parasiten befreit